History

90 Jahre – FV Heiligenstein

Liebe Sportfreunde,

„90 Jahre – FV Heiligenstein“ haben auch eine Geschichte. Diese wurde hier von Klaus Schweigert zusammengefasst. Im Jahre 1983 – anlässlich unseres 30-jährigen Wiedergründungsjubiläums und im Hinblick auf die 800 Jahrfeier unseres Dorfes wurde eine Vereinschronik geschrieben aus der hier die wichtigsten Daten unseres Vereins folgen. Einiges davon werden wohl nur Insider, oder eingefleischte Römerberger, verstehen. Dennoch ist es für jeden eine interessante Geschichte:

Gründung:

Die jüngeren Sportler können nur dankbar sein, dass sich am 2. September 1920 einige Sportfreunde im damaligen Gasthaus „Zum Löwen“ – beim Eugen Walburg in der Bahnhofstraße zusammengesetzt haben und den FV Heiligenstein gegründet haben. Bei der Gründung wurde der Vereinsname: „Fußballverein Herta 1920 Heiligenstein“ festgelegt. Die Vereinsfarben wurden bei der Gründung – auf Vorschlag vom Christian Maier (Vater vom Kurt Maier und Opa vom Winfried und Harald Maier ) festgelegt und sind heute noch blau-weiß.

Grumberagger:

In der damaligen Zeit wurde Fußball ausschließlich auf behelfsmäßigen Plätzen gespielt. Unser FVH spielte immer eine Halbzeit von „unne nuff“ und die andere Halbzeit von „owwe nunner“. Viele würden gerne wissen was das wohl bedeutet? Die erste Spielwiese war ungefähr an der Stelle des jetzigen alten Sportplatzes nur etwas näher am Altrhein. Das wurde bei der Dammverbreiterung geändert. Das untere Tor lag damals ca. 2 Meter tiefer als das Tor am Vereinsheim. Somit waren die Spieler bei Spurts erheblich benachteiligt wenn sie von „owwe nunner“ gespielt haben, zumal etwa in der Mitte des Platzes noch eine Mulde von mehr als 1 Meter Tiefe war. Die Torpfosten und Torlatten wurden am Altrhein oder im Eisbruch geschlagen und waren so gerade wie sie gewachsen waren – natürlich rund wie heute die modernen Alu-Torposten.

Aller Anfang ist schwer:

Für den Verein war der Anfang sehr, sehr schwer. Die Einsicht und die Förderung seitens der kommunalen und sonstigen Behörden fehlte völlig in der damaligen Zeit. Geringe Unterstützung war nur von den übergeordneten sportlichen Stellen – praktisch dem Vorgänger des heutigen Fußballverbandes zu erwarten. Die Initiative der Gründungsmitglieder muss besonders gewürdigt und anerkannt werden, denn diese Männer und ihre Gedanken sind der Grundstein unseres Vereins und die Väter der Vergangenheit und auch der Zukunft im sportlichen und kulturellen Leben des FVH`s.. Aus vielerlei Gründen war in der damaligen Zeit ein reibungsloser Spielbetrieb nicht immer möglich. Wasch- und Umkleideräume waren nicht vorhanden (für die Kicker heute wahrscheinlich nicht vorstellbar, da werden die Klamotten sogar gewaschen).

Es gab auch kein Sportheim. Man lebte mit seinen Grundregeln, die in der Gründungsversammlung verfasst wurden, die als Rechtsgrundlage des Vereins dienten, ähnlich wie unsere heute verfeinerte, neue Satzung. Nachdem der Grundstein für den Fußballsport in Heiligenstein gelegt war, entwickelte sich allmählich das sportliche und das gesellschaftliche Leben unseres Vereins. Später wurden auch bescheidene Sporteinrichtungen gebaut.

Kriegszeiten:

Und nun – was kam dann? Wir wissen es alle! Gerade als das Vereinsleben zu blühen begann musste der Fußballverein Herta 1920 Heiligenstein am 16. Februar 1934 aus politischen Gründen aufgelöst werden. Als Liquidator des Vereins wurde Herr Kurt Reichling bestimmt. Das sportliche Leben in Heiligenstein erlahmte völlig. Der Krieg zog einen dicken Strich durch alle Pläne des Vereins. Die damaligen Fußballer wurden zur Wehrmacht eingezogen und viele kamen nie wieder zurück. Auch heute wollen wir an sie denken.

Wollen wir alle dafür sorgen, dass es dies in unserem Land nie mehr geben wird!

Neuanfang:

  • 1947 wurde zaghaft begonnen „wild“ Fußball zu spielen.
  • 1948 spielte man unter ASV Heiligenstein. Die Drahtzieher seinerzeit waren neben anderen: Alfons Bischoff, Sepp Stadtler sowie Gemeindesekretär Fritz Wagner.
  • 1949 sammelten sich wieder einige alte Veteranen und gründeten eine Fußballabteilung innerhalb des Turn- und Sportvereins 1911 Heiligenstein, denn damals haben die französischen Besatzungsmächte hier bestimmt, dass in jedem Ort nur ein Sportverein sein darf. Die Genehmigung der damaligen Sportaktivitäten hat kein geringerer als der Pfarrer Scherrippel eingeholt. Der TuS hatte wurde bereits im Jahre 1911 gegründet und feierte im Jahre 2011 sein 100-jähriges Vereinsjubiläum!

Wiedergründung:

Am 20. September 1953 haben sich Fußball- und Sportinteressierte Männer zu einer Versammlung bei`s Reichlings getroffen und wegen Meinungsverschiedenheiten innerhalb des damaligen Vereins, den Zeitpunkt der Wiedergründung eines selbständigen Fußballvereins bestimmt. Die Verhandlungen wurden beim Fußballverein von Hermann Halbgewachs geführt – weitere Wiedergründungsmitglieder waren:

Edmund Brust, Rudi Pantel, Leo Bittlinger, Karl Kripp, Jakob Steiger, Karl Hirth, Sepp Baader, Alfons Bischoff, Erwin Fichtenmeier, Alfred Schmitt, Egon Schmitt, Hermann Kripp, Heiner Schall, Heiner Garrecht, Franz Eggart, Kurt Reichling und Ludwig Stern.

Am 29. September 1953 wurde dann der noch heute bestehende Fußballverein Heiligenstein 1920/53 e.V. im Gasthaus „Zum Rebstöckel“ gegründet.

Man könnte in dieser Ausführlichkeit noch Stunden weitermachen, aber in der Folge einige wesentliche Daten:

Viele Männer unseres Vereins haben mitgeholfen den Verein weiter zu entwickeln z.B. Vorstände wie Huber Georg, Maier Kurt, Ludwig Stern, Wolfgang Stern und letzten Endes auch unser Siegfried Dietrich. Ihnen allen gebührt Dank und Anerkennung für alle geleisteten Arbeiten und vor allem dafür, dass sie eine große Verantwortung in unserem Verein getragen haben bzw. noch tragen. Auch Männer und Frauen, wie unsere Ehrenmitglieder Kurt Gerbes, Rudi Moser, Rupprecht Moser oder auch die Frau Hirth haben zu ihrer Zeit großartiges für unseren Verein geleistet.

Viele Helfer und verantwortliche unseres Vereins müssten noch erwähnt werden, als Beispiel Lothar Michler und Willi Groß, die in den letzten Jahren sehr viel für unseren Verein für ein „Vergelts Gott“ getan haben.

  • 1964 wurde eine offene Halle gebaut, mit Wirtschaftsraum und Toilettenanlage.
  • 1966 Bau der Wasserleitung.
  • 1968 Lichtleitung.
  • 1974/75 die offene Halle wird zum Wirtschaftsraum ausgebaut, Dusch- und Umkleideräume, sowie ein Schiedsrichterraum entstehen.
  • 1977/79 Erstellung des neuen Rasenplatzes.
  • 1984/85 Bau des neuen Jugendraumes, des Kühl- und Lagerraumes, der Garage, des Holzhauses, der Unterstellhalle und vieles mehr.

Vieles meine sehr verehrten Damen und Herren entstand unter der Leitung von
Kurt Gerbes, des sich 1957 – von Berghausen kommend – dem Fußballverein Heiligenstein angeschlossen hat und für unseren Verein ein Glücksfall war.

1971 schloss sich dem Fußballverein die damalige neu gegründete Tischtennisabteilung an.
1980 wurde eine Damen-Gymnasikabteilung gegründet.

Mittlerweile gehören dem Verein die Jogging- und Walking – Abteilung an, sowie die American Footballer die mit ihren verschiedenen Cheerleader-Gruppen mit über 100 Mitgliedern eine große Abteilung darstellen.
Die sportlichen Aktivitäten unserer Jugendabteilung wurden in die JSG Römerberg eingebracht.

  • 1984 schafften die Aktiven des FVH`s den ersten Aufstieg in die A-Klasse.
  • 2009 gewann man den Pokal, dieser Sieg kostete damals vermutlich den erneuten Aufstieg! Dies wurde dann aber
  • 2010 endlich nachgeholt. Der 1. Aufstieg gelang dem damaligen Spielertrainer Helmut Schmid, der 2. seinem Freund Gerhard Kolbe, den der Schide Helle besorgt hat.
  • 2013 fiel der gesamte Gebäudetrakt am Rasenplatz den Flammen zum Opfer. Viele Helfer bauten diesen wieder auf, besser und natürlich moderner als vorher.
  • 2014 wurde dieser dann feierlich eingeweiht und gesegnet.
  • 2015 nun wird ein Kleinspielfeld fertiggestellt. Das mehr oder weniger bespielbare Grün war nach dem Polderbau nicht mehr zu gebrauchen und musste komplett neu eingeebnet und eingesät werden. Zudem wurde das komplette Gelände umzäunt. Auch hier waren wieder sehr viele Helfer am Werk.
  • 2016: Abriß der Holzhalle, ersetzt wurde diese durch 2 große Doppelgaragen.

Wir hoffen, dass der kleine Ausblick in die Vergangenheit ein wenig unterhaltsam war. Der ein oder andere hat sich sicher selbst darin wieder gefunden.